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Aus dem Logbuch des Christoph Columbus:
Sonntag, 28.10.1492
Es bereitete mir ein solches Vergnügen, all das Grün und jene Wälder und Vögel zu sehen, dass ich mich kaum davon losreißen konnte. Diese Insel mit ihren vielen guten Häfen und tiefen Flüssen ist die schönste, die ich jemals erblickt habe. Und es scheint keine Gezeiten zu geben, da das Gras am Strand bis ans Meer reicht (...)  Zwischen all diesen Inseln habe ich bis jetzt noch keine stürmische See erlebt. Überall auf der Insel erheben sich sehr schöne Berge (...).
Montag, 29.10.1492
Ich neige zu der Ansicht, dass alle Indianer an der Küste Fischer sind; ihren Fang bringen sie wohl ins Innere der Insel, die ziemlich groß zu sein scheint. Es gibt Bäume mit köstlich schmeckenden Früchten. Der Wind weht des Nachts sanft und angenehm, weder kalt noch warm. (...) Es herrscht hier ein laues Klima wie im Mai (...)

2003 kam ich zum ersten Mal nach Cuba, um für mich das Segeltraumgebiet in der Inselwelt des Archipielago de los Jardines de la Reina und des Laberintho de las Doce Leguas an der Südküste der "Isla Grande", der größten unter den Karibikinseln zu entdecken.
Ich war begeistert. Begeistert davon, dass die hunderten kleinen Cayos des Archipels von jeder menschlichen Zivilisation noch so unberührt waren, wie sie Columbus im Jahr 1492 entdeckt und dem Archipel ob seiner Schönheit den Namen Jardines de la Reina, die Gärten der Königin, gegeben hatte. Und begeistert von den Cubanern: die lustigsten, gastfreundlichsten und hilfsbereitesten Menschen die ich jemals kennengelernt hatte.

2013, zehn Jahre nach meiner Entdeckung Cubas, waren wir Wiedergekommen, um an der Südküste Cubas zu segeln. Ich kann erfreut berichten: Es hat sich nichts verändert. Dieses Segeltraumgebiet ist nach wie vor völlig unberührt. Während der 14 Tage die wir hier segelten, sahen wir nur drei andere Segelyachten und das nur in weiter Ferne. Alle Ankerplätze hatten wir ganz exklusiv für uns allein. Und die Cubaner sind immer noch genauso lustig, gastfreundlich und hilfsbereit wie vor zehn Jahren. Zwei Beispiele dafür:
Nach einer langen Etappe kommen wir erst in der Dämmerung zu unserem Tagesziel Cayo Blanco. An sich kein Problem, weil ich die Einfahrt und den Ankerplatz sehr gut kenne; für einen Ortsunkundigen aber durchaus problematisch. Bereits in der Ansteuerung läuft ein Fischerboot auf uns zu und gibt uns sicheres Geleit bis zum Ankerplatz. Nach dem Ankern springt sofort ein Fischer mit Taucherbrille über Bord und checkt unseren Anker auf guten Halt.Und zur Draufgabe werden wir noch reich beschenkt: 1 großer Cubera Snapper, 1 große Makrele und 13 Langusten.Unglaublich! Wir bedanken und revanchieren uns indem wir die gesamte Fischercrew mit aus Österreich mitgebrachten Sonnenbrillen ausstatten. Die Freude darüber ist groß.
Zweites Beispiel: Wir ankern vor dem Strand von Cayo Anclitas. In der Nähe ist ein cubanisches Tauchschiff for Anker gegangen. Ich möchte mit einem Teil der Crew mit dem Dingi zum Strand fahren. Wieder einmal streikt nach wenigen Metern - die ganze Zeit schon hatten wir Probleme mit dem Außenborder ohne den Fehler zu finden - der Motor, weshalb wir die Fahrt rudernd fortsetzen müssen. Bereits nach wenigen Ruderschlägen legt vom Tauchschiff ein Beiboot ab, kommt zu uns und schleppt uns zum Strand. Desgleichen bei der Rückfahrt. Damit aber noch nicht genug. Von sich aus fragt uns einer der beiden Cubaner ob wir einen Mechaniker brauchen. Der sei zwar derzeit noch beschäftigt, könne aber dannach zu uns kommen und sich unseres Motors annehmen. Gerne nehmen wir das Angebot an. Tatsächlich kommen die beiden Cubaner nach etwa zwei Stunden   mit dem Beiboot zu unserem Schiff und bringen Jose, den Mechaniker mit. Jose beginnt in aller Ruhe den Motor Schritt für Schritt durchzucheken, Teil für Teil zu zerlegen, zu reinigen, wieder zusammenzubauen, zu testen, aber er will und will nicht so richtig laufen. Erneut alles zerlegen, alle Einzelteile prüfen, einstellen; dann wird es finster. Ich denke mir jetzt ist es vorbei und alles war umsonst. Aber nein. Jose fragt nach Licht, das wir ihm in Form einer Stirnlampe und einer Taschenlampe geben und nach weiteren zwei Stunden Arbeit im Dunkeln läuft der Motor. Insgesamt arbeitete Jose sechs Stunden an unserem störrischen Außenbordmotor ohne auch nur einen Peso dafür zu verlangen.

Mit unserem Katamaran vom Typ Belize 43 "El Tocororo" von Cienfuegos gestartet, besuchen wir auf unserem Weg nach Südosten zunächst Cayo Blanco, Cayo Zaza de Fuera, segeln dann entlang der Außenseite der Jardines de la Reina, dort wo das Riff innerhalb weniger Meter von knietief bis auf über tausend Meter abfällt, zu den wunderschönen Cayos Cinco Balas mit ihren kilometerlangen unberührten Stränden, nach Cayo Anclitas und von hier weiter entlang der Südseite des Laberintho de las Doce Leguas bis zu unserem Wendepunkt Punta Cabeza del Este. Cabeza del Este rundend laufen wir an die Innenseite des Archipels in den Golf de Ana Maria ein, um hier, sorgfältig navigierend, durch ein Labyrinth von winzigen Cayos und Flachs zurück nach Nordwesten zu segeln. Algodon Grande und Cayos Cuervo waren uns hier wunderbare Ankerplätze. Über die Bocca Grande, die die beiden Archipele Jardines de la Reina und Laberintho de las Doce Leguas von einander trennt, segeln wir zurück an die Riffaußenseite, nach Cayo Alcatracito und über Cayo Blanco zurück in den Heimathafen Cienfuegos.Die genaue Route der "El Tocororo" ist den angeschlossenen, in Google Earth projizierten GPS-Tracks zu entnehmen.

Wind und Wetter hätten besser nicht sein können. Beständiger kräftiger Passatwind mit 4-7 Beaufort, die Luft zwischen 26 und 30 Grad Celsius, das Meer 27 bis 29 Grad und während der ganzen 14 Tage nur zwei kurze Schauer. Zwei Wochen lang nur Shorts und T-Shirts; sehr angenehm! Exzellent war auch das Fischen. Obwohl wir aufgrund der reichhaltigen Gastgeschenke in Form von Fischen und  Langusten an vielen Tagen nicht selbst fischten, konnte sich unsere Ausbeute durchaus sehen lassen. Unzählige Barracudas und einen Thunfisch zogen wir an Bord. Jedenfalls genug um ein achtköpfige Crew täglich mit ausreichend Protein zu versorgen.

Wieder zurück in unserem grauen kalten Winter werden uns die Bilder und Begegnungen aus den könglichen Gärten noch lange begleiten. Und eines steht schon jetzt fest: Wir werden wiederkommen, um unsere Entdeckungsreise im Segelparadies an der Südküste Cubas fortzusetzen.


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