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Baltische See

 

26.6-3.7.2010

Getreu dem Motto von Mark Twain, dessen Todestag sich heuer zum hundertenmal jährt - "Twenty years from now you will be more dissappointed by things you didn´t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbour. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover. - ging mariteam heuer neue Wege, wechselte die Richtung; einmal nicht in den Süden ins Mittelmeer, sondern nach Norden in die Baltische See sollte es gehen. Und das zur Zeit der Mittsommernacht, wenn die Sonne nie unterzugehen scheint und Mond und Sonne zur gleichen Zeit am Himmel stehen. midnight sun sailing, ein neues mariteam Abenteuer.

 

Mit zwei Schiffen, einer Gib Sea 51 und einer Dufour 44 starten wir von Stockholm aus mit Ziel Taalintehdas in Finnland. Bevor wir in See stechen, besuchen wir Samstag abend die Altstadt von Stockholm. Stockholm, das Venedig des Nordens genannt, ist eine faszinierende Stadt. 800.000 Einwohner verteilen sich auf 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind.

 

Am Sonntag morgen gehts dann los. Zuerst nach Norden, in den schwedischen Schärengarten. Ein Labyrinth aus 24.000 Inseln und Inselchen. Wer Spaß am Navigieren hat, ist hier richtig. Die Navigation ist deutlich anspruchsvoller als im Mittelmeer. Es heißt aufmerksam sein und exakte Kartenarbeit ist angesagt. Sonst verliert man rasch die Übersicht im Gewirr von Inseln. Näher zum Festland hin sind die Inseln größer, dicht bewaldet und bewohnt. Weiter draußen im Meer werden sie kleiner und flacher und ganz draußen, am äußeren Rand des Archipels sind es nur mehr windgepeitschte Granitfelsen mit spärlicher, bis gar keiner Vegetation. Fast auf jeder noch so kleinen Insel gibt es ein Saunahäuschen. Die sind zu später Stunde meist sogar kostenlos zu benützen. Nach dem Aufguss kühlt man sich durch einen Sprung in die erfrischende Ostsee. Besser gehts nicht. Da kann jeder durchgestylte Wellnesstempel einpacken.

 

Von Fejan, dem nördlichsten Punkt unserer Fahrt durch die schwedischen Schären, geht es bei Traumwetter und herrlichem Südwind mit 5-6 Beaufort unter Gennaker mit bis zu 12 kn Speed hinüber nach Finnland, in die Alands, ein Archipel aus 6.700 Inseln. Hier sollen die Steine über und unter Wasser noch zahlreicher sein als in Schweden. Dort ist unser erstes Ziel der von der Aländischen Segelgesellschaft betriebene, kleine Gasthafen Rödhamn. Ein wunderbarer Ort. Der Granit ist hier rot, oben am Gipfel der kleinen Insel steht das alte Lotsenhaus, von wo aus man einen grandiosen Weitblick über das Inselgewirr hat. Und es gibt natürlich eine Sauna, sogar mit Blick auf den Sonnenuntergang und mit Badesteg. Und das Beste: Gebäck wird auf Bestellung morgens ofenfrisch aufs Vorschiff gelegt und am Sackerl ist der aktuelle Wetterbericht notiert. Das Brotsackerl verkündet erneut einen herrlichen Segeltag. Süd mit 5-9 m/s, das entspricht 3-5 Beaufort, gute Sicht und viel Sonne. Unser heutiges Ziel ist der kleine Gasthamn Helsö auf Kökar. Wir wählen die innere, geschütztere,  durch jede Menge Fahrwassertonnen markierte Route. Dabei wird aus einem Offshore Törn schlagartig eine Binnenfahrt. Die Landschaft wird rasch lieblicher. Kahle, glatt polierte Schären weichen Wald und Wiesen. Viele der Fahrwasser sind nicht mit rot/grünen Lateralzeichen, sondern mit Kardinalzeichen, die keine Toppzeichen tragen und sich daher nur durch ihre Farbe unterscheiden, markiert. Dazu eine Fülle verschiedenster Peilmarken. Seezeichen sieht man hier jedenfalls auf einem Fleck so viele wie im ganzen Mittelmeer in zehn Jahren nicht.

 

Von Kökar führt uns unsere Reise durch die Baltische See weiter nach Osten in die Turku Schären, ein Archipel aus noch mehr Inseln - es sollen an die 30.000 sein - durch das unzählige schmale Fahrwasser führen. Wasser, Schären, Wald soweit man schaut. Und weiter zum Land hin, Wiesen und ganz versteckt unter Bäumen rote Holzhäuschen. Über die kleine Insel Borstö geht es ans Ziel unserer Reise, Taalintehdas. Die letzte Etappe wird noch zu einem besonderen seglerischen Schmankerl. 26 Seemeilen geht es zickzack durch teils so enge Fahrrinnen, dass gerade mal unsere Dufour 44 noch hineinpassst. Dem sportlichen Anspruch von mariteam gerecht werdend, passieren wir diese Route ausschließlich unter Segel, ohne auch nur irgendwann den Motor zu starten. Da heißt es sauber steuern und viel viel kurbeln. Ständig wechseln Wind und Kurse; anluven, abfallen, wenden und halsen am laufenden Band. Müde, randvoll mit Eindrücken aber rundum zufrieden laufen wir abends im Hafen von Taalintehdas ein. Bei einem letzten Sundowner genießen wir noch einmal die zauberhafte Atmosphäre der Mitternachtsonne. Eines steht für uns schon fest. Wir werden wiederkommen, um unsere Entdeckungsreise in den Schären fortzusetzen. Vielleicht schon im nächsten Jahr. Jedenfalls zur Zeit der Mittsommernacht. 

 


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