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Kapverden 08

 

5.-17.12.2008

 

Ein Ort fernab der Welt. Der Titel des Romans von J. M. G. Le Clezio - heuer Nobelpreisträger für Literatur - trifft es genau. Die Kapverden sind ein solcher Ort. Mitten in der Weite des Atlantiks gelegen und bis auf die Badeinseln Sal und Boavista noch weitestgehend vom Massentourismus unberührt, sind sie mit ihren großartigen gebirgigen Landschaften ein echtes Abenteuerrevier. Es verirren sich auch nur wenige Segler  in diese rauen Gefilde. In erster Linie sind es Langfahrtsegler am Weg in die Karibik, die hier noch ein letztes Mal Station machen. So haben wir während unseres zweiwöchigen Segeltörns in den Kapverden  nur ein einziges anderes Charterboot angetroffen. Auch sonst findet man hier nur ganz wenige Segelboote. Segelnd haben wir in 14 Tagen nur drei gesehen und an den Ankerplätzen auch nie mehr als eine Hand voll. Genau das Richtige also für das mariteam adventures Programm!

 

Nachdem wir in Mindelo auf Sao Vincente unser Schiff, den Katamaran Anna B., eine Lavezzi 40 übernomen und uns mit Treibstoff , Wasser und Proviant für die nächsten zwei Wochen eingedeckt haben, verlassen wir am Nachmittag des 5.12.2008 den einzig sicheren Hafen des Archipels mit Ziel Tarrafal an der Südwestküste der Ilha de Santo Antao, der gebirgigsten Insel der Kapverden, deren zerklüftete Gipfel bis 2000 Meter vom Meer aufragen. Gleich bei der Abfahrt machen wir Bekanntschaft mit dem gefürchteten trockenen Wüstenwind Harmattan, der die Hafenausfahrt hinter einem dichten Schleier aus Saharasand verbirgt und uns die Navigation erheblich erschwert. Die Sicht ist so schlecht, dass wir die nur wenige Meilen entfernte hohe Insel Santo Antao erst ausmachen können, als wir uns bereits ganz dicht deren Südostkap Punta da Rachada angenähert haben. Gleich hinter dem Kap geht uns ein Yellow Jack an die Angel. Das Abendessen ist gesichert. Um 19 Uhr - auf den Kapverden wird es im Dezember bereits kurz nach 18 Uhr finster - tasten wir uns ganz vorsichtig in die Baia Tarrafal, wo wir vor dem kleinen Ort vor Anker gehen. Nach einem gemütlichen Sundowner genießen wir den von unserem Koch Christian hervorragend zubereiteten selbstgefangenen Fisch mit Bratkartoffeln und Tomaten-Okra-Gemüse.

 

Am nächsten Morgen erwartet uns ein tolles Panorama. De Sicht ist heute deutlich besser. Tarrafal ist eine kleine grüne Oase an einem zwei Seemeilen langen Strand mit dahinter steil aufragenden Gipfeln. Ein Teil der Crew beschließt an Land zu gehen und den oberhalb des Dorfes gelegenen, gut 500 Meter hohen Berg zu besteigen. Von zwei jungen Burschen werden wir mit einem Ruderboot an den Strand gebracht. Die Jungs erklären sich spontan bereit uns auf den Berg zu führen. Zunächst führt der Weg durch das kleine Dorf. Heute am Samstag sitzen oder stehen hier überall freundliche Menschen vor ihren armseligen Häusern. Sie winken uns zu, Kinder sausen spielend herum und freuen sich fotografiert zu werden. Am Ende des Dorfs geht es über alte Karrenwege steil bergan. Die Landschaft ist hier im Gegensatz zu den dahinter schroff aufragenden Gipfeln herrlich grün. Sogar Palmen wachsen hier. Oben am Gipfel angelangt, werden wir mit einem herrlichen Talblick über die weit geschwungene Bucht und hinunter auf unseren vor Anker liegenden Kat belohnt.

 

Am späteren Nachmittag starten wir zur größten Überfahrt dieses Törns. Von Santo Antao der nordwestlichsten Insel der Aves Barlovento zur Vulkaninsel Fogo, der mit dem kleinen Brava am weitesten südlich gelegenen Insel der Aves Sotavento. Gut 130 Seemeilen gilt es in einer Nachtfahrt zurückzulegen. Gleich nach dem Verlassen der Inselabdeckung setzt der Passat kräftig ein und bei 6 Beaufort aus Ostnordost geht es flott unserem Ziel entgegen. Nach Passieren des Canal de Sao Vincente, in dem der Wind zwischen den Inseln düsenartig verstärkt wird, pendelt sich der Wind auf etwa 4 Beaufort ein, sodass wir in der Nacht auf zwei Wachen verteilt, stressfrei aber flott Halbwind Richtung Fogo segeln. Am nächsten Morgen frischt der Passat an der Westküste der Insel wieder kräftig auf, sodass wir zu Musik von J.J.Cale mit bis zu 12 Knoten dem Porto de Vale de Cavaleiros entgegengleiten. Kurz nach dem Segelbergen und Starten der Motoren, ein kleiner Schock. Die Backbordmaschine stirbt ab und dichter Rauch dringt aus dem Motorraum nach außen und in die Achterkabine. Wir müssen daher im Port, der sich als bloße Ankerbucht mit einer  zum Anlegen für Segelyachten nicht geeigneten Mole erweist, zunächst einmal ohne uns dem Ufer zu nähern ankern, um die Ursache des Motorschadens festzustellen. Ich krieche in den Motorraum und finde rasch heraus, dass sich der Auspuffschlauch gelöst hat, wodurch die Abgase nach innen geleitet und der Seewasserkühlkreislauf unterbrochen wurden. Mit einem Teflonband und einem Schlauchbinder gelingt es mir den Schaden zu beheben. Nach dem Einklarieren in einer Hütte am Strand ist einmal baden und relaxen angesagt. Anschließend stillen wir unseren von der langen Überfahrt schon großen Hunger mit vier von einem Fischer günstig gekauften Bluefin Tuna. Kurz scharf angebraten schmecken sie hervorragend.

 

Am nächsten Morgen heißt es bald aufstehen. Bereits um 7 Uhr starten wir zur Tour auf den Vulkan, den 2829 Meter hohen Pico de Fogo. Zuerst geht es im ersten Morgenlicht mit einem Pick Up auf einer holprigen Pflasterstraße über zunächst sanftes Hügelland und dann zunehmend steiler werdend in Serpentinen hinauf in die am Fuß des Pico auf gut 1600 Meter gelegene Hochebene Cha das Calderas, wo wir im Dorf Portella Halt machen. Von hier aus beginnt unter Leitung unseres kompetenten und hilfsbereiten Guides Valdano der Aufstieg zum Gipfel. 1200 Höhenmeter geht es hinauf, zunächst über weitläufige, mit zunehmender Höhe aufsteilende Lavafelder und zuletzt über einen Grat zum Kraterrand. Wir haben ein riesiges Glück! Der Gipfel, der so oft von Wolken angestaut wird, ist heute völlig frei. Der Himmel ist tiefblau, die Luft glasklar und die Fernsicht exzellent. Bis Santiago sieht man. Auch die Tiefblicke in den Krater, der über vier Kilometer Durchmesser misst, sind beeindruckend. Ein besonderer Spaß ist der Abstieg. Nach dem ersten Stück über den Grat, surfen wir, riesige Staubwolken aufwirbelnd, im steilen Lavaschutt talwärts. Hunderte Höhenmeter die wir zunächst mühevoll aufwärts gestiegen sind, vernichten wir in wenigen Minuten. Da gibt es nur noch eine bessere Form des Abstiegs. Mit Skiern. Die bringe ich bei unserer nächsten Reise auf die Kapverden mit, um damit im Lavasand talwärts zu carven.  Zurückgekehrt ins Dorf Portella führt uns Valdano zu einem außen eher unscheinbaren Haus, das sich innen als gemütliches Restaurant mit einem wunderschönen grünen Patio erweist. Im sonnigen Innenhof ist schon ein Tisch für uns gedeckt. Das erste Bier zischt durch unsere vom Lavastaub ausgetrockneten Kehlen hinunter. Dann gibt es eine Vorspeise mit Ziegenkäse und Oliven und als Hauptspeise frisch gebratenes Hühnchen mit Reis und Kartoffeln. Dazu lassen wir uns einige Flaschen Branco do Fogo schmecken, einen aromatischen, nach Muskat duftenden Weißwein. Die Trauben für diesen Wein gedeihen am fruchtbaren Vulkanboden rund um die Bergdörfer Portella und Bangareiria. Herrlich gesättigt, müde und immer noch schwarz vom Lavastaub treten wir die Heimfahrt an. Genauso beeindruckend wie in den Morgenstunden wird nun die Insel von der Abendsonne beleuchtet. Aber hinten auf der Pritsche unseres Aluguers ist es hier oben in den Bergen schon ziemlich frisch geworden und wir sind alle froh als wir nach einer Stunde Fahrt wieder bei unserem Schiff eintreffen.

  

Heute heißt es noch einmal früh aufstehen. Die erste der beiden gegen den Passatwind zurückzulegenden Etappen steht an. Knapp 60 Seemeilen in ostnordöstlicher Richtung nach Tarrafal auf Santiago gilt es zu überwinden. Nach einem hervorragenden Frühstück mit frischem, von Tina selbst gebackenem Brot heißt es um 6.30 Uhr Anker auf. Zunächst fahren wir in der Inselabdeckung noch ein Stück unter Motor Richtung Norden bis bei Punta Vermelho der Wind einsetzt. Gleich setzen wir Segel und beginnen die Kreuz mit Wind von Steuerbord. Im Gegensatz zu dem was noch kommen sollte, haben wir heute mit dem Wetter noch Glück. Strahlend blauer Himmel, Wind um die 5 Beaufort und der Seegang noch moderat. Die Segel sauber getrimmt sind wir mit 8- 9 Knoten flott unterwegs. Nur die Höhe am Wind lässt, wie bei Fahrtenkats üblich, etwas zu wünschen übrig. Weil der Wind langsam beginnt nördlich zu drehen, wird um 9.45 Uhr gewendet und nun gehts in einem Schlag mit Wind von Backbord mit weiter günstig rechts drehendem Wind direkt unter die Westküste von Santiago. Weil der Wind unter Land aufhört, fahren wir die letzten Meilen unter Motor in die Baia do Tarrafal. Dort gehen wir auf 5 Meter Wassertiefe vor dem schön geschwungenen Sandstrand vor Anker. Zum Sonnenuntergang in der nach Westen offenen Bucht stoßen wir mit einem Sundowner auf die gelungene Überfahrt an.

 

Nach den anstrengenden letzten beiden Tagen ist heute lay day angesagt. Lange schlafen, gemütlich frühstücken, baden am wunderschönen, von Palmen umrahmten Strand und ein Besuch im Ort, bei dem wir auch unsere Vorräte aufstocken. Mittag gibt es von Christian hervorragend zubereitete, von Fischern, die uns mit ihrer Nussschale besuchen, gekaufte Red Snapper. Als Beilage Salzkartoffel und Kürbisgemüse. Dazu Fogo Weißwein. Zum Dessert "Lavakekse", Kekse die so schwarz sind wie der Pico de Fogo.

 

In der Nacht hat kräftiger Wind eingesetzt. Nicht gut, denn wir müssen heute zur Ilha da Boavista. Und Boa Vista liegt genau in Luv und das mehr als 70 Seemeilen. Bei 6 Windstärken kämpfen wir uns am 1. Reff und mit Motorunterstützung Meile um Meile nach Luv. Am frühen Nachmittag wird es besonders zäh. Der Wind hat noch etwas zugelegt und die uns entgegenrollenden Wellen werden immer größer, teilweise brechen die Kämme schon. Zu allem Überdruss fällt jetzt auch noch die Backbordmaschine aus und mit unserer Luvgeschwindigkeit schaut es gar nicht mehr gut aus. Ich bin schon nahe dran das Ziel Boavista aufzugeben und das weiter westlich gelegene Sao Nicolaou anzusteuern. Aber Tarrafal, die einzig sichere Bucht dieser Insel liegt 80 Seemeilen entfernt. Also Nachtfahrt. Bei diesen Bedingungen auch kein Honiglecken. Und die endlosen Sandsträne auf Boavista würden wir auch versäumen. Ich entschließe mich daher fürs Weiterkämpfen. Jeden Winddreher ausnützend kämpfen wir uns mühsam gegen die anrollenden Wellenberge weiter nach Luv. Um 22.20 Uhr ist es geschafft. Der Anker fällt vor dem im Mondlicht hell leuchtenden weiten Sandstrand Praia de Carlota, südlich des Ortes Sal Rei. Nach einer riesigen Portion Spaghetti fallen wir sehr müde in unsere Kojen.

 

Am nächsten Tag sind zunächst einmal Reparaturarbeiten angesagt. Unser Schiff muss nach der gestrigen Tortur wieder auf Vordermann gebracht werden. Der Backbord Motor muss zum Laufen gebracht, die oberste Segellatte und der gerissene Unterliekstrecker repariert werden. Der abgerissene Kühlschlauch wird mittels einer als Rohr umfunktionierten Rasierschaumdose, viel Leukotape und Schlauchbindern geflickt. Der Motor läuft damit wieder wie ein "Glöckerl". Die Segellatte wird neu eingepasst und der Unterliekstrecker ersetzt. Mittags ist unser Kat wieder voll einsatzfähig. Das ist bei diesen Bedingungen auch dringend nötig. Inzwischen bläst es ablandig schon mit 7 Beaufort. Wir verholen die jetzt wieder voll manövrierfähige Anna B. ganz dicht an den Strand, um diesen schwimmend erreichen zu können. Für eine Landung mit dem Dinghi ist der Schwell zu groß. Der Strand ist wunderschön. Endlos lang, harmonisch geschwungen, der Sand hellgelb und fein wie Puder. Herrlich zum Relaxen nach den Strapazen des gestrigen Tages.

 

In der Nacht hat der Wind weiter aufgefrischt. Der Schwell hat sich zu einer unangenehmen Stärke aufgebaut. In den von achtern durchlaufenden Wellen zerrt Anna B. immer wieder heftig an der Ankerkette. Der Landausflug - wir hatten geplant mit im Ort zu mietenden Strandkarts über die endlosen Strände und durch die Dünen zu düsen - muss leider gestrichen werden. Wir können das Schiff bei diesen Bedingungen nicht alleine lassen. Wir machen es uns daher an Bord gemütlich, genießen ein ausgiebiges Frühstück mit Spiegeleiern und frisch gebackenem Brot, lesen, schlafen und machen unseren Kat fit für die Überfahrt zur Ilha da Sao Nicolaou. Das nahe gelegene Englishman´s Riff bietet ein gewaltiges Naturschauspiel. Die Wellen brechen sich am Riffgrund und werfen gewaltige Brecher auf, von deren Kämmen der Sturmwind Gischtfetzen fortreißt.

 

Unser nächstes Ziel Sao Nicolaou liegt in nordwestlicher Richtung. Das verheißt uns mit dem kräftig wehenden Passatwind aus Nordost einen tollen Raumschotsgang. Gleich nach dem Passieren der Baixo Inglez werden die Segel gesetzt und los gehts. Bei 8 Windstärken surfen wir mit bis zu 17 kn die 5 Meter hohen Wellenberge hinab. Einfach nur geil! Plötzlich schlägt die Backbord am Heck montierte Fischleine an. Christian, unser 100 kg Man, versucht die Leine einzuholen. Keine Chance. Der Fisch zerrt so heftig an der Leine, dass diese zunächst Christians Handschuhe durchschneidet und dann in einem Ruck abreißt. Schade, es muss ein riesiger Fisch gewesen sein, zumal die Bruchlast der Leine 100 kg betragen hat. Aufgrund unseres hervorragenden Speeds haben wir unser Ziel, die kleine Ankerbucht von Carrical im südöstlichen Teil der Insel, bereits am frühen Nachmittag erreicht. Der Wind pfeifft hier so heftig von den schroffen Berggipfeln, dass das Wasser schon zu fliegen beginnt. Mehrmals versuchen wir vor dem kleinen schwarzen, mit Kokospalmen bestandenen Strand zwischen den an Bojen liegenden kleinen Fischerbooten zu ankern. Keine Chance; wir bringen den Anker bei diesen extremen Verhältnissen einfach nicht zum Halten. Also weiter, noch 23 Seemeilen bis Tarrafal an der Westseite der Insel. Um 18 Uhr runden wir bei heftigen Fallböen Kap Vermelharia. Dann kämpfen wir uns weiter nach Norden in die Baia da Tarrafal, wo wir um 20 Uhr im kleinen Fischerhafen neben drei Weltumseglern vor Anker gehen.

 

Heute ist wieder ein Landausflug angesagt. Beim Einklarieren im bescheidenen, mit einem kleine Christbaum geschmückten Hafenamt haben wir Lox, einen netten jungen Burschen kennen gelernt, der gut Englisch spricht. Er organisiert uns ein Aluguer mit dem wir zunächst über die schön angelegte neue Straße, auf die die Bewohner der Insel mächtig stolz sind, bergan nach Cabecalinho fahren. Die ab hier wieder alte Pflasterstraße führt vorbei am Naturschutzgebiet des Monte Gordo, des mit 1304 Metern höchsten Berges der Insel, in das auf der sonst so kahlen Insel herrlich grüne fruchtbare Tal von Faja, in dem Kokospalmen, Bananen, Papayas, Zuckerrohr, Melonen und viele andere Früchte gedeihen. Das Tal ist umgeben von Gipfeln und Graten auf die sich alte kopfsteingepflasterte Maultierpfade winden. Perfekte Mountainbike Trails! Bei unserer nächsten Reise auf die Kapverden müssen daher unbedingt auch Bikes mit. Von der Passhöhe aus hat man einen herrlichen Blick über das Tal Ribeira Brava hinab zum aufgewühlten Meer. Durch die kleine Ortschaften Faja de Cina und Faja de Baixo, bei deren Durchfahrt wir von den Bewohnern freundlich begrüßt werden, geht es in vielen Windungen hinunter an die Nordküste der Insel. Dort erwartet uns ein einzigartiges Naturschauspiel. Das vom Sturmwind aufgepeitschte Meer bricht sich an der Steiküste. Mit gewaltiger Wucht donnern die Brecher an Land. Das Meer ist dunkelblau und smaragdgrün, wenn sich die Wellen aufbäumen, ehe sie brechen, dann nur noch brodelnde weiße Gischt. Es ist berauschend. Dann geht es weiter nach Ribeira Brava, dem auf 200 Meter gelegenen Hauptort der Insel. Das kleine Städtchen mit seinen aus der Kolonialzeit stammenden öffentlichen Gebäuden ist nett gelegen und blitzsauber. Die Bewohner sind fröhlich, freundlich und hilfsbereit. Lox, der hier alle zu kennen scheint, organisiert für uns in Rosy´s Bar ein Essen. In einer winzigen Gaststube serviert uns die Wirtin Rosy Kartoffelsuppe, Fisch, Hühnchen, Reis, Kartoffeln und Maniok. Dazu trinken wir einige kühle Cervezas. Alles zusammen zu einem sehr günstigen Preis. Mit den letzten Sonnenstrahlen, die die braunen Berge in ein rötliches Licht tauchen, geht es wieder zurück nach Tarrafal.

 

Die letzte Station unserer Reise ist Santa Luzia. Eine unbewohnte Insel mit einem einzigartigen Sandstrand an der Südküste. Bei erneut sehr kräftigem Passatwind vergeht die Überfahrt von gut 25 Seemeilen wie im Flug. Kaum haben wir abgelegt sind wir auch schon wieder da. Vor dem langen Sandstrand Praia de Palmo a Tostao gehen wir bei heftigen Fallböen und teils schon fliegendem Wasser vor Anker. Nachdem wir einen zweiten Anker ausgebracht haben, geht es mit dem Dinghi an land. Das Anlanden erfordert äußerste Vorsicht, weil starker Schwell zur Küste läuft. Der Strand ist einzigartig. Mehrere Kilometer lang, sanft geschwungen, weicher hellbrauner Sand und völlig unberührt. Kein einziges Anzeichen menschlicher Zivilisation ist hier zu finden. Die Mädels sammeln säckeweise Muscheln, die es hier buchstäblich wie Sand am Meer gibt. Wieder zurück an Bord gibt es zum Sonnenuntergang einen Coco Rico, einen speziellen mariteamen Drink aus Kokosmilch, Ananassaft und weißem Rum der mit Strohalm direkt aus der Nuss getrunken wird. Ein letztes Mal genießen wir den Blick über das Meer in die Ferne, das Farbenspiel der Abenddämmerung und später den funkelnden Sternenhimmel.

 

Im ersten Morgengrauen heißt es noch einmal Anker auf zur Rückfahrt nach Mindelo, wo wir um 9 Uhr das Schiff zurückstellen müssen. Heute haben wir endlich wieder Fischerglück. Eine Dorade ist uns an den Haken gegangen. Die wird dann auch gleich zum Frühstück gebraten. Frischer geht es nicht!

 

Nachdem wir klar Schiff gemacht  und die Anna B. zurückgestellt haben, heißt es Abschied nehmen. Aber wir werden wiederkommen, um unsere Entdeckungsreise auf den Kapverden zu Wasser und zu Land fortzusetzen.   

 

 

 

 


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