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caribbean special 07

 

Karibisches Meer

 

1.12. - 23.12.07

 

Bevor mariteam caribbean special nächstes Jahr in neue Gewässer und zu neuen unbekannten Gestaden - voraussichtlich Belize - aufbrechen wird, segelte das 9-köpfige caribbean special 07 Team noch einmal auf der schon legendären Route oneway Martinique - Bonaire, mit Schwerpunkt auf den der Nordküste Venezuelas vorgelagerten Inseln.

 

Außergewöhnlich war heuer vor allem die Yacht mit der wir segelten und auf der wir drei Wochen residierten. Die Talitha Koum, eine Lagoon 500, in einer ganz exklusiven, luxuriösen Eignerversion. Ein Hochseehotel unter Segel! Über 100 qm Deckfläche, eine riesige Flybridge mit der gesamten Kommandozentrale, von der aus das Schiff zur Gänze einschließlich Navi und aller Schoten bedient werden kann, ein weitläufiger, luxuriös eingerichteter Salon, Kabinen die eigentlich nicht den Namen Kabine sondern Suite verdienten, je mit Vorraum, beleuchteten Schränken und eigenen Nasszellen, drei Kühlschränke, ein Tiefkühlschrank, Waschmaschine, Generator, Wasseraufbereitungsanlage etc.. Beindruckend auch die technischen Daten der Talitha Koum: Länge 15,54 m, Breite 8,53 m, Masthöhe 25 m, Verdrängung 17.7 t, Segelfläche 160 qm, dazu noch ein riesiger Gennaker. So wie der Törn selbst, jedenfalls nicht alltäglich.

 

Die Konzeption war heuer darauf angelegt den Aufenthalt in den Windward Islands eher kurz zu halten, um viel Zeit zu haben die noch weitestgehend unberührte Inselwelt der Los Roques und Las Aves vor der venezulanischen Nordküste gründlich zu erforschen. So führte uns gleich die erste Etappe von knapp 100 Seemeilen von Martinique nach Bequia, eine unter Seglern sehr beliebte, zu St. Vincent und den Grenadinen gehörende kleine Insel, wo wir am Morgen des zweiten Tages unserer Seereise in der berühmten Admirality Bay vor Princess Margaret Beach vor Anker gehen. Nachdem wir uns ein bisschen auf´s Ohr gelegt haben, gibt es zum Mittagessen die ersten bei der Überfahrt gefangenen Fische. Als Vorspeise ein Carpaccio vom Yellowfin Tuna und zur Hauptspeise gebratenen Cero - einen zur Art der Makrelen gehörenden exzellenten Speisefisch -, dazu Salzkartoffel. Dann schwimmen und schnorcheln im 28°C warmen türkisgrünen Wasser und sonnenbaden am wunderschönen langen, von Palmen und Takamakabäumen umrahmten Strand. Nach einem Sundowner fahren wir abends mit dem Dinghy an Land, um vor der großen Einsamkeit der venezulanischen Inseln noch einmal im berühmten Gingerbread mit festem Boden unter den Füssen zu Abend zu essen.

 

Weil der Passatwind wegen eines über den nördlichen Antillen gelegenen Tiefs nicht so richtig wehen will, verschieben wir die ca. 140 Seemeilen lange Überfahrt zu der bereits zu Venezuela gehörenden Inselgruppe Los Testigos auf morgen und segeln vorerst zur Insel Canouan, um dort in "The Pool", einer exklusiven, nur durch eine schwierige Riffeinfahrt zu erreichenden Bucht zu ankern. Auch heute waren wir beim Fischen wieder erfolgreich. Wir zogen einen Barrakuda und einen Big Eye Tuna an Bord der Talitha Koum.

 

Nachdem der Passat über Nacht wieder etwas aufgefrischt hat, lichten wir am Morgen des folgenden Tages den Anker, um zu den Testigos Inseln zu segeln. Nördlich von Union Island setzen wir die Passatsegel und segeln gemütlich mit achterlichem Wind mit Kurs Westsüdwest unserem neuen Ziel entgegen. Die Islas Testigos beweisen wieder ihren Ruf als ausgezeichnetes Fischrevier. Hier trifft der kühlere Südäquatorialstrom auf das warme Wasser des karibischen Meers, eine Mischung die Fische wegen des dadurch hervorgerufenen Nährstoffreichtums besonders schätzen. Im Morgengrauen fangen wir in Annäherung an Isla Norteste einen wunderschönen großen, 126 cm langen und 20 kg schweren Wahoo, einen der besten Speisefische überhaupt. Wir ankern zunächst vor dem kleinen Dorf auf Isla Iguana, um bei der Coast Guard einzuchecken. Nachdem wir eine Aufenthaltserlaubnis für die nächsten vier Tage erhalten haben, verholen wir uns in die nahe gelegene South Observation Bay auf Isla Testigo Grande. Von hier aus erreicht man über eine große, von den Passatwinden aufgeworfene Sanddüne die Playa Gozman, einen grandiosen riesigen Strand an der Ostseite der Insel. Der Strand ist völlig unberührt, der weiße Sand so fein wie Puder, das Wasser glasklar und der Tiefe angepasst dunkelblau bis helltürkis. Die Windsee bricht sich im flachen Wasser und wirft große Brandungswellen auf; ideal zum Bodysurfing, mit dem wir uns stundenlang vergnügen. Dazwischen lassen wir uns im weichen Sand liegend die Sonne auf den Pelz scheinen. Einfach wunderbar!

 

Am nächsten Morgen wechseln wir den Ankerplatz in die North Observation Bay, um von hier aus den Gipfel der Isla Testigo Grande zu besteigen. Die Tour ist schweißtreibend aber sehr reizvoll. Vor allem die riesigen Kakteen, die hier überall wachsen, sind beeindruckend und vom Gipfel aus hat man einen grandiosen Ausblick über die aus acht Eilanden bestehende Inselgruppe.

 

Weil wir in zwei Tagen den Wahoo bereits verspeist haben, gehen wir am nächsten Tag wieder eine Runde segeln und fischen. Mit einer schönen Ausbeute kehren wir zurück und ankern heute in der SW-Cove der Isla Testigo Pequeno. Dort lebt in einer einfachsten Holzhütte John-John, der legenäre Oberfischer der Inselgruppe, den ich schon von früheren Besuchen dieser Inseln kenne. Wir erfahren von seinen beiden Söhnen, dass er gestern seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Wir stellen uns mit zwei Flaschen Wein ein, um auf seinen Geburtstag anzustossen. John-John freut sich sehr über unseren Besuch. Von seinem Sohn Nirdo erhalten wir neun Langusten geschenkt, die ich in der von kubanischen Fischern erlernten Art zubereite. Sie schmecken in Olivenöl goldbraun gebraten köstlich. Dazu gibt es Curryreis. Eine willkommende Abwechslung zu unserem Fisch dominierten Speiseplan.

 

Nach vier gemütlichen Tagen in den Testigos heißt es um Mitternacht Anker auf zur Fahrt nach Margarita, um in Porlamar ordnungsgemäß in Venezuela einzuklarieren. Am frühen Morgen laufen wir in der Bahia de Guaraguao ein und ein Teil der Crew macht sich nach dem Frühstück sofort auf den Weg, um die Clearance für die venezulanischen Gewässer zu bekommen und den Großeinkauf an Lebensmitteln und Getränken für die nächsten zwei Wochen zu erledigen. Wie schon letztes Jahr ist das alles ziemlich mühsam und dauert lange, weshalb wir erst spät abends mit Ziel Tortuga wieder auslaufen können.

 

Dort treffen wir am nächsten Vormittag ein. Das herrliche Wetter und die ruhige See ermöglichen es uns einen Top Spot an der Südküste Tortugas anzulaufen. Die Laguna El Carenero, eigentlich nur ein Ankerplatz für Fischerboote und kleine Schwertboote. Nachdem Gernot schnorchelnd mit dem Handlot die Tiefe der gesamten Einfahrt gemessen und grünes Licht gegeben hat, manöveriere ich unseren Riesenkat durch den schmalen Pass zwischen den Korallenriffen. Für unseren Mut werden wir mit einem Traumankerplatz im türkisgrünen Wasser der Lagune belohnt. Hierher hat sich sonst kein Segler verirrt, nur ein paar Fischer leben in einem notdürftigen Camp auf der in die Lagune hineinragenden Landzunge. Sie beschenken uns mit frisch gefangenen Red Snapper und einem ganzen Kübel voller Kalamari. Wir laden sie dafür auf eine zünftige österreichische Jause mit Speck und von Harald an Bord selbstgebackenem Brot ein und schenken ihnen Kappen und Sonnenbrillen.

 

Nach einer nach den beiden Nachtfahrten sehr erholsamen Nacht im ruhigen Wasser der Lagune, setzen wir unsere Fahrt entlang der wunderschönen, völlig unberührten Südküste Tortugas fort, runden Punto Arena, das Südwestkap der Insel und gehen zwischen den Los Tortuguillas (Die kleinen Schildkröten) -  zwei kleinen Inseln mit herrlichen Stränden und schönen Korallenriffen an der Nordwestseite Tortugas -  vor Anker. Auch hier haben wir den Ankerplatz wieder ganz für uns allein.

 

Weil der Passatwind richtig kräftig bläst, entscheiden wir uns gleich heute Nacht zu den Los Roques Inseln zu segeln. Um 10 Uhr abends heben wir den Anker, setzten Großsegel und Gennaker und geben bei 6 bis 7 Windstärken richtig Gas, um zum Sonnenaufgang das Los Roques Archipell zu erreichen. Mit bis zu 16 Knoten rauschen wir in der finsteren Nacht unserem neuen Ziel entgegen. Wie geplant erreichen wir in den frühen Morgenstunden die südöstliche Einfahrt in das Archipell. Exakt zwischen zwei heftigen Schauern gelingt uns die Einfahrt durch den schmalen Pass im Aussenriff. Um halb acht ankern wir müde aber zufrieden in der Lagune in Lee des Half Moon Riffs. Nachdem wir uns ausgeschlafen haben und die Sonne wieder vom Himmel strahlt, erkennen wir erst die absolute Schönheit dieses Ankerplatzes. Gut geschützt durch das Außenriff, über das die See weiß und grün aufbrandet, liegen wir hier wie in einem riesigen Pool. Die Farben des Meeres sind überwältigend schön. Vom kräftigen Dunkelblau des tiefen Wassers außerhalb des Riffs, bis zum zarten Türkisgrün über dem Sandgrund der Lagune, finden sich alle Abstufungen an Blau- und Grüntönen. Dazu ist das Wasser so klar, dass es aussieht wie flüssiges Glas.

 

Heuer haben wir uns noch mehr Zeit genommen, um die wunderbare Inselwelt der Los Roques mit ihren etwa 60 kleinen Atollen zu erforschen und zu genießen. Ein großer Teil dieser Inselgruppe ist noch nicht einmal kartografiert. Am nächsten Tag brechen wir mittags auf, verlassen die Boca Sebastopol durch den Pass im Riff, um an der Südseite des Archipells entlang, neu zu entdeckenden Inseln entgegen zu segeln. Da hier die Wassertiefe bereits dicht unter Land der Inseln Cayo Nube Verde und Cayo Sal innerhalb kurzer Distanz vom ganz Seichten auf über 500 m zunimmt, erwarten wir hier beim Fischen besonders erfolgreich zu sein. Wir täuschen uns nicht. Bereits nach einer halben Stunde Fahrt hat Günter zwei kleine Big Eye Tuna gefangen. Und wir sind noch keine Stunde unterwegs, als gleichzeitig vor der Boca de Cote zwei wunderschöne große Wahoo anbeißen. Den Größeren der beiden fängt unser Senior Dietmar. Sein erster Fisch überhaupt und was für einer! Ein Prachtexemplar von 137 cm Länge und 25 kg Gewicht. Dietmar freut sich riesig und das ganze Team freut sich mit ihm. Bereits nach einer Stunde können wir den Fischfang zufrieden einstellen; für die nächsten Tage haben wir jedenfalls ausreichend zu essen. Gut, dass es an Bord der Talitha Koum einen Deep Freezer gibt. So können wir unseren Speiseplan auch noch an den folgenden Tagen von diesem sensationellen Fang bestreiten.

 

Am Nachmittag gehen wir an der Südwestseite des Los Roques Archipells vor dem traumhaften weißen Sandstrand von Tres Palmeras vor Anker. Auch dieses Eiland gehört uns wieder ganz allein. Abends gibt es ein dreigängiges Gala Dinner mit einem Carpaccio vom Big Eye Tuna, Tuna in Weißweinsauce und dann riesige Wahoo Steaks mit Currycouscous. Ein Festmahl!

 

Am nächsten Morgen klettere ich auf eine der beiden Palmen der Insel - von der dritten steht nur mehr der Rest des Stamms -, um unseren Vorrat an Kokosnüssen wieder aufzufüllen. Neben Fisch bilden Kokosnüsse einen wichtigen Bestandteil unseres karibischen Speiseplans. So gibt es zum Frühstück neben selbstgebackenem Brot auch immer ein tropisches Müsli mit karibischen Früchten und frischen Kokosnüssen. Auch für die Zubereitung der Drinks, die wir jeweils zum Sonnenuntergang genießen, sind Kokosnüsse von großer Bedeutung. Die Milch der Trinknüsse lässt sich nämlich hervoragend mit Rum mixen.

 

Nach einem schönen Tauchgang südlich der Nachbarinsel Dos Mosquises wechseln wir am späteren Nachmittag den Ankerplatz. Unsere nächste Insel die es zu erforschen gilt, ist Cayo de Agua. Hier ankern wir in eindrucksvoller Kulisse vor einem langen Sandstrand mit einer dahinter gelegenen Sanddüne auf der oben eine Palme steht. Mit dem unmittelbar nebenan gelegenen kleinen Eiland West Key, dem äußerst westlich gelegenen Vorposten der Isla Los Roques, ist Cayo Agua durch eine schmale Sandbarre verbunden, über die die Dünung von beiden Seiten her zusammenläuft. Ein idealer Spot zum Bodysurfen in der Brandung. Das unmittelbar rechts neben unserem Kat gelegene Korallenriff bietet wiederum hervorragende Möglichkeiten zum Schnorcheln. Und weil heute Sonntag ist, gibt´s mittags mit Ei und Parmesan panierte Wahoo Schnitzel.

 

Bevor wir mit den Weltumseglern weiter nach Westen, unserem nächsten großen Ziel, den Islas Las Aves entgegen, ziehen, erforschen wir in den nächsten Tagen noch die Strände und Korallenriffs der Inseln Cayo Remanso, Felipe, Carenero und Sarqui.

 

Auf der knapp 40 Seemeilen langen Fahrt nach Aves Barlovento, den weiter östlich gelegenen Inseln der Isla de Aves, steht wieder Fischen am Programm, um für die nächsten Tage mit unserer Basisverpflegung Fisch versorgt zu sein. Auch heute sind wir dabei sehr erfolgreich. Bereits beim Verlassen des Los Roques Archipels fangen wir nördlich von Carenero und Selesqui zwei Cero und einen Bar Jack. Schon nach eineinhalb Stunden Fahrt beenden wir das Fischen, weil unsere Versorgung mit dieser hervorragenden Ausbeute für die nächsten Tage gesichert ist. Ein wichtiger Grundsatz bei den mariteam adventures Segeltörns ist nämlich: Gefischt wird nicht aus purer Lust am Fischen, sondern nur um mit den gefangenen Fischen die Bordverpflegung zu bestreiten. Mittags kommen wir bei der Isla Sur, der größten der fünf zu den Aves Barlovento gehörenden Insel an. Wir ankern an der Westseite der Insel, in unmittelbarer Nähe der Riffkante, dort wo die Wassertiefe innerhalb kurzer Strecke vom Seichten auf mehrere hundert Meter zunimmt. Ein perfekter Platz für einen spektakulären Tauchgang am Aussenriff. Vor allem die riesigen, am Riffabhang  wie ein dichter Wald wachsenden Korallenformationen sind beeindruckend. Und auf 25 Meter Tiefe ist es immer noch sonnendurchflutet und die Wassertemperatur beträgt 28°C.

 

 Wir wählen unseren Ankerplatz in den Aves Barlovento in der östlichsten Bucht der Isla Sur unmittelbar in Lee des die ganze Inselgruppe schützenden, halbmondförmigen Horseshoe Riffs. Mit der Sonne im Rücken manöverieren wir unseren Riesen-Kat in reiner "Eyeballnavigation" durch den schmalen gewundenen Kanal zwischen den Shoals und den unzähligen Korallenköpfen. Hinter dem Riff ankert ein Schiff. In Annäherung erkennen wir zu unserer Überraschung, dass am Heck die österreichische Flagge weht. Beim Vorbeifahren begrüßen wir die beiden Besatzungsmitglieder mit einem lauten "Grias euch". Gleich nachdem wir unseren Anker fallen gelassen haben, kommen die beiden zu uns an Bord. Es sind Peter Schneider aus Schruns und seine Frau Jaquline. Wir laden sie auf einen Kaffe ein und sie erzählen uns mit ihrem Katamaran gerade auf dem Weg in die Südsee zu sein. Beneidenswert!

 

Dieser Ankerplatz ist von einer fast unwirklichen Schönheit. Die Farben des Meeres von Gelb, Braun, den verschiedensten Blautönen, Türkis bis zu zartem Grün leuchten hier noch intensiver als sonst wo. So intensiv , dass sie sogar in der Nacht vom Mond zum Leuchten gebracht werden. Mit einem Cuba Libre genießen wir am Vordeck versammelt diese wunderbare Stimmung. Über uns funkelt ein glasklarer Sternenhimmel. Einfach genial!

 

Am nächsten Tag besuchen wir mit dem Dinghy die große mittlere Bucht der Isla Sur, ein ganz besonderer Platz um Vögel zu beobachten. Hier gibt es unzählige Seevögel, vor allem aber Bobbies, ein Vogel der  mit seinem weißen pelzigen Federkleid und seinen knallig roten Füssen besonders auffällt. Hunderte davon sitzen in den Mangroven, die hier so groß wie ausgewachsene Bäume sind. Nach diesem Landausflug stehen wieder Schnorcheln und Tauchen am Programm. Die Unterwasserwelt ist hier noch ganz unversehrt und die Vielfalt an Rifffischen beeindruckend. Barsche, Papageienfische, Snapper, Doktorfische, Kaiserfische, Grunzer und Kofferfische aber auch Barrakudas schwärmen neugierig um uns herum.

 

Am nächsten Morgen segeln wir zu den knapp 20 Seemeilen westlich gelegenen Aves Sotavento. Gleich bei der Ausfahrt von unserem Ankerplatz fangen wir zwei Fische, einen Barrakuda und einen Horse Eye Jack. Wie fischreich das Meer hier ist zeigt folgender Vorfall: Bei Harald´s Leine beißt ein Cero, der beim Hereinholen von einem großen Räuber mit einem Biss bis auf den Kopf aufgefressen wird. Bei den Aves Sotavento angelangt, kommen drei freundliche Beamte der hier stationierten Coast Guard an Bord, um unsere Papiere zu kontrollieren. Wir laden sie zu einer Jause an Bord ein und sie heißen uns auf den Aves Sotavento herzlich willkommen.

 

 Wir wählen unseren Ankerplatz vor Long Island. Long Island ist eine Insel wie aus dem Werbeprospekt. Zur Gänze umgeben von einem puderfeinen weißen Sandstrand und einer Palme in der Mitte der Insel. Davor glasklares Wasser in leuchtenden Farben, vom kräftigen Dunkelblau bis zum zarten Türkisgrün. Wir lassen den Anker unmittelbar vor dem Strand auf Höhe der Palme fallen. Dabei kommt schon etwas Wehmut auf. Nicht ohne Grund; es ist ja unsere letzte Nacht in der wunderbaren Inselwelt Venezuelas. Die Nacht ist klar, die Sterne funkeln und der Passatwind heult im Rigg der Talitha Koum. Wir werden diese Nächte auf See sicher vermissen.

 

Heute steht die letzte Etappe unseres dreiwöchigen Segeltörns durch die karibische See auf dem Programm. Noch gut 40 Seemeilen gilt es zurückzulegen, Richtung Westen zu den niederländischen Antillen nach Bonaire. Bei herrlichem Wetter und kräftigem Passatwind genießen wir ein letztes mal die karibische Sonne, den warmen Wind und den Rhythmus der See. Für die letzte Nacht an Bord  machen wir an der Wasserfront von Kralendijk,der Hauptstadt Bonaires an einer Boje fest. Ein eigenartiges Gefühl zurück in der Zivilisation zu sein. Flugzeuge, Autos, Discolärm... In den letzten Wochen haben wir das alles schon fast vergessen. Der Liegeplatz ist aber gar nicht so schlecht. Freier Blick nach Westen, um ein letztes Mal einen tropischen Sonnenuntergang zu erleben und sauberes Wasser für ein letztes Bad im Meer. Am nächsten Morgen übergeben wir die Talitha Koum in der nahe gelegenen kleinen Marina an Luc, der sie mit einer kleinen Crew zurück in ihren Heimathafen Martinique segeln wird. Wir hingegen fliegen über Amsterdam zurück nach München, das uns kalt, grau und nebelig empfängt. Aber in unseren Köpfen sind die bunten Bilder dieses außergewöhnlichen Segeltörns fest gespeichert und irgendwann werden wir wiederkommen, um sie aufzufrischen und von Neuem auf Entdeckungsreise zu gehen...

 


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